Warum Sturzprävention zu Hause immer wichtiger wird?
Stürze gehören zu den häufigsten Gesundheitsrisiken in Deutschland – besonders für ältere und pflegebedürftige Menschen. Schätzungen zeigen, dass circa jede dritte Person ab 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr stürzt, viele davon im häuslichen Umfeld.
Solche Stürze können nicht nur zu schmerzhaften Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Kopfverletzungen führen, sondern auch die Mobilität, Lebensqualität und Selbstständigkeit der Betroffenen langfristig beeinträchtigen.
Im Rahmen der Pflegepraxis und –beratung nimmt die Sturzprävention einen zentralen Stellenwert ein. Sie umfasst Maßnahmen, die helfen, Sturzrisiken zu erkennen, zu reduzieren und so länger ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Viele Stürze sind Folge alltäglicher Gefahren, die sich oft schon mit einfachen Maßnahmen reduzieren lassen:
1. Stolperfallen im Wohnraum
Lose Teppiche, Kabel auf dem Boden oder ungesicherte Schwellen können leicht zum Ausrutsch- oder Stolperrisiko werden. Auch rutschige Bodenbeläge, unebene Teppichkanten oder ungeeignete Fußmatten gehören zu den typischen „unsichtbaren“ Gefahrenquellen in Wohnungen.
2. Ungünstige Beleuchtung
Schlechte Sicht erhöht das Risiko, Hindernisse zu übersehen – vor allem in Flurbereichen, beim Treppensteigen oder bei nächtlichen Toilettengängen. Eine ausreichende Beleuchtung in allen Räumen, inklusive Nachtlichter im Schlaf- und Badezimmer, kann Stürzen effektiv vorbeugen.
3. Fehlende oder ungeeignete Hilfsmittel
Ohne Haltegriffe im Badezimmer oder stabile Sitzgelegenheiten entstehen Situationen, in denen Betroffene leicht das Gleichgewicht verlieren können. Spezielle Hilfsmittel wie Antirutschmatten in der Dusche, Handläufe an Treppen oder ein geeigneter Badewanneneinstieg reduzieren Gefahren spürbar.
Neben der Umgebung gibt es auch körperliche Faktoren, die das Sturzrisiko erhöhen:
Eingeschränkte Mobilität oder Gleichgewichtsstörungen
Seh- oder Hörbeeinträchtigungen
Multimorbidität und Polypharmazie (mehrere Medikamente gleichzeitig)
Bestimmte Medikamente können zu Schwindel oder Konzentrationsschwäche führen und so indirekt das Sturzrisiko erhöhen.
Eine professionelle Einschätzung durch Pflegekräfte oder medizinisches Fachpersonal hilft, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt anzugehen.
Damit der Alltag sicherer wird, gibt es eine Reihe bewährter Strategien, die sowohl den Wohnraum als auch die körperliche Fitness berücksichtigen:
✔ Bewegung und Balance-Training
Regelmäßige körperliche Aktivität – sei es durch Spaziergänge, Balance-Übungen, Funktionstraining oder Reha-Sport – stärkt Muskulatur und Gleichgewicht, was nachweislich das Sturzrisiko senkt. Gezielte Mobilisation spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie Gleichgewicht, Muskelkraft und Sicherheit im Alltag fördert. Welche Mobilisationsmaßnahmen bei Pflegegrad 3 bis 5 möglich sind und welche Leistungen die Pflegekasse 2025 übernimmt, erfahren Sie hier.
✔ Wohnung sicher gestalten
Stolperfallen entfernen oder fixieren
Rutschfeste Bodenbeläge und Antirutsch-Hilfen im Bad
Haltegriffe an strategischen Stellen
Ausreichende Beleuchtung in allen Räumen
✔ Hilfsmittel sinnvoll einsetzen
Hilfsmittel wie Rollatoren, Gehstöcke oder Sitz- und Aufstehhilfen unterstützen die Mobilität und reduzieren Unsicherheiten im Alltag – vorausgesetzt, sie sind korrekt angepasst und werden regelmäßig verwendet.
✔ Medizinische Begleitung
Die Überprüfung der Medikation durch Ärztinnen oder Ärzte kann Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen identifizieren, die zu Gleichgewichtsstörungen beitragen. Ebenso können gezielte Seh- oder Hörtests Risiken reduzieren.
Auch Kleidung und Schuhe haben einen wichtigen Einfluss auf die Sturzprävention zu Hause. Ungeeignetes Schuhwerk oder schlecht sitzende Kleidung können Bewegungen erschweren und das Sturzrisiko erhöhen (besonders bei älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen).
Rutschfestes, festes Schuhwerk sorgt für mehr Sicherheit als offene Hausschuhe oder das Gehen in Socken.
Empfehlenswert sind Schuhe mit rutschhemmenden Sohlen, fester Fersenführung und gutem Halt.
Ebenso wichtig ist gut sitzende Kleidung. Zu lange Hosenbeine, weite Röcke oder offene Bademäntel können leicht zur Stolperfalle werden.
Bequeme, aber nicht zu weite Kleidung erleichtert sichere Bewegungen im Alltag.
Gerade im Badezimmer können zusätzlich rutschfeste Badeschuhe helfen, das Risiko beim Ein- und Aussteigen aus Dusche oder Badewanne zu reduzieren.
Sturzprävention gelingt am besten, wenn sie nicht als Einzelaufgabe verstanden wird.
Angehörige, Pflegebedürftige und Fachpersonen können gemeinsam dazu beitragen, Risiken zu minimieren und Sicherheit im Alltag zu erhöhen. Gerade im häuslichen Umfeld hilft es, regelmäßig einen „frischen Blick“ auf mögliche Gefahrenquellen zu werfen und Veränderungen frühzeitig umzusetzen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei Beratungsangebote, etwa durch Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte oder Beratungsstellen der Pflegekassen. Sie können helfen, das individuelle Sturzrisiko einzuschätzen, geeignete Maßnahmen vorzuschlagen und bei der Auswahl passender Hilfsmittel zu unterstützen. Auch Wohnraumberatungen sind eine wertvolle Hilfe, um Wohnungen altersgerecht und sicher zu gestalten.
Darüber hinaus können Angehörige und nahestehende Personen aktiv eingebunden werden. Gemeinsame Gespräche über Unsicherheiten, Ängste oder bereits erlebte Stürze schaffen Aufmerksamkeit und ermöglichen es, gezielt gegenzusteuern. Oft sind es kleine Anpassungen im Alltag – wie das Umstellen von Möbeln, das Einführen fester Routinen oder das bewusste Nutzen von Hilfsmitteln –, die eine große Wirkung haben.
Sturzprävention bedeutet nicht, jeden Lebensbereich steril zu gestalten, sondern Gefahren aktiv zu erkennen, alltagsnahe Lösungen zu entwickeln und dabei körperliche Ressourcen zu stärken.
Gerade pflegende Angehörige leisten hier einen wichtigen Beitrag und sollten gleichzeitig wissen, dass Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte ein wertvoller Baustein zu mehr Sicherheit und Lebensqualität ist.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern für eine persönliche Beratung zur Seite!
In unseren, aber auch in Ihren eigenen vier Wänden, bieten wir Ihnen schon bald kosmetische Fußpflege (Pediküre) an.
Unsere Leistungen:
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